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4. November 2001 (Van-See) – Auf dem Weg in den Iran |
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Horridoh Weinbacher,
Wir befinden uns nun in Van am Van-See. Es geht und gut und wir wollen bald in den Iran.
Bisher haben wir in der Türkei folgende Route zurückgelegt: Istanbul, Sakarya, Kütahya, Antalya, Taurus, Aksaray, Kayseri, Adyaman, Urfa, Batman, Tatvan über den See nach Van.
Von Istanbul über Sakarya gings nach Kütahya. Weiter nach Antalya und in einen Touristenort an der Küste, es ist schrecklich dort. Im Taurus endlich werden wir wandern, obwohl wir keine Karte ergattern können. Auch verstehen die Türken nicht, daß wir in der Natur, nicht auf der Straße wandern wollen.
So kommt es, daß wir viel laufen und wenig Strecke machen. In den Nächten wird es eisig, und wir frieren fast auf ca. 2000 Metern Höhe. Hernach trampen wir nach Aksaray und Kayseri, ein Imam besorgt uns dort Quartier. Über Penarbasche fahren wir nach Adyaman, wo wir ein paar Tage bei einem kurdischen Freund bleiben.
In Urfa sind wir rechtzeitig zum Nationalfeiertag und marschieren prompt in den Reihen der Parade. In Batman, der jungen Petrolstadt, haben wir wieder eine Adresse und schließlich wandern wir von Tatvan in den Bergkrater des Nemrut Berges, wo uns ein kühler See erwartet.
Die Türken sind im allgemeinen sehr gastfeundlich, was wohl auch an der islamischen Tradition liegt. Jeder möchte nach Deutschland auswandern weil es dort Arbeit gibt. Sie wollen immer wissen, wieviel dieser Mercedes oder jenes Nokia bei uns kostet. Die Türkei ist viel ärmer als wir dachten. Der Staat gibt fast die Hälfte des Haushaltes für das goldene Kalb, das Militär aus. Die Unis werden schlechter und die Lehrer an den Schulen sind es schon. Wir haben drei Schulen besucht und kein Englischlehrer konnte halb so gut Englisch wie wir, die Deutschlehrer vermieden beschämt jedes Gespräch. Die Lehrer sind alle sehr jung und verdienen schlecht.
Kurdistan ist völlig harmlos, das Militär kontrolliert zwar oft, aber es ist bisher in diesem Jahr nach meinem Wissen zu keinem tödlich ausgehenden Zwischenfall gekommen. Die meisten Kurden fühlen eine Erleichterung, dennoch ist Kurdisch eine geächtete Sprache, die zwar gesprochen aber nicht geschrieben werden darf.
Heute nahmen wir die Fähre über den großen Vansee nach Van. Eigentlich wollten wir hier Quartier machen, doch die netten drei Studenten, in deren Wohnung wir schlafen wollten, haben sich mit unserer Gitarre aus dem Staub gemacht - wir werden morgen statt in den Iran zu fahren die Uni besuchen...
Gehabt Euch wohl und Horridoh!
Frederic, Max, Pat
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